Botanische Besonderheiten

Rhododendronblüte im Schlossgarten, Foto: Sven Adelaide (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte)
Blick auf den Lesepavillon, Sven Adelaide (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte)

Rhododendron

Im Frühjahr locken die zahlreichen blühenden Rhododendren in den Oldenburger Schlossgarten. Eine erste Anpflanzung ließ Herzog Peter Friedrich Ludwig bereits 1828 am Schlossgartenteich anordnen. Nach 1856 wurde ihm zu Ehren ein Exemplar in den Blumengarten umgepflanzt. Umfangreichere Anpflanzungen entstanden Ende des 19. Jahrhunderts unter Hofgarteninspektor Ohrt zwischen dem Küchengarten und der Hunte. Unter ihnen finden sich seltene Arten wie "Gerstäcker" oder "Ludwig Leopold Liebig", Sorten, die Ohrt persönlich in England und Dresden ausgesucht hatte. Zwischen 1910 und 1914 wurden weitere Sträucher zur Abschirmung des Parks an der Gartenstraße gepflanzt.

Mammutbaum im Blumengarten des Oldenburger Schlossgartens, Foto Trixi Stalling

Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum)

Die ersten Mammutbäume kamen Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa kurz nach ihrer Entdeckung in Kalifornien. 1856 wurde der erste Mammutbaum im Blumengarten des Oldenburger Schlossgartens gepflanzt. Julius Bosses Nachfolger Heinrich Ohrt hatte den Baum aus Potsdam mitgebracht. Mammutbäume können in ihrer Heimat Kalifornien eine Höhe von bis zu 100 Metern erreichen, in Europa werden sie nicht größer als 50 Meter. Die ältesten Exemplare werden auf bis zu 3900 Jahre geschätzt. Die faserig-schwammige Borke ist bei älteren Bäumen sehr dick (circa 30 bis 75 Centimeter), weich und harzfrei und schützt den Baum bei Waldbränden. Ein antiseptischer Saft verhindert Insekten- und Pilzbefall.

Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

Der aus Nordamerika stammende Tulpenbaum gehört zu der Familie der Magnoliengewächse. Der mächtige und prachtvolle Baum wird 25 bis 35 Meter hoch. Die Exemplare im Schlossgarten wurden zum Teil schon um 1814 von dem Hofgärtner Julius Friedrich Wilhelm Bosse gepflanzt. Sie stammten aus der Baumschule von Christian Ludwig Bosse, der in Neusüdende lebte. Ursprünglich bestand die Gruppe aus 8 Exemplaren. Eine besondere Augenweide sind die hoch hängenden Blüten. Die tulpenähnlichen Blütenschalen, grüngelb mit orange geflecktem Inneren, blühen im Juni. Die späteren Früchte sind hingegen unscheinbar und ähneln länglichen Zapfen. Unverwechselbar ist die dreilappige Blattform. Ab Ende September verabschiedet sich der Baum mit flammend goldgelben bis gelbbraunen Blättern in die Winterzeit. Die Tulpenbäume sind als Baumdenkmale eingetragen.

Zimtahorn im Schlossgarten, Foto Trixi Stalling

Zimtahorn (Acer griseum)

Die Heimat des Zimtahorns liegt in Zentral-China. Eine Augenweide sind nicht nur die wunderschönen 3-lappigen Blätter, die sich im Herbst in verschiedenen Rottönen verfärben, sondern auch die Rinde: Rotbraun bis zimtfarben leuchtet der Stamm mit der papierartig abrollenden Rinde. Der Baum wird im Schlossagarten 5 bis 8 Meter hoch.