Highlights im Garten

Das Hofgärtnerhaus im Schlossgarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Zeichnung des Hofgärtnerhauses von J. F. W. Bosse, um 1820

1. Hofgärtnerhaus

Das 1810 errichtete Hofgärtnerhaus gehört zu den bedeutenden historischen Gebäuden in Oldenburg. Der unter Denkmalschutz stehende Bau diente bis 2006 dem jeweiligen Hofgärtner als Wohnhaus und ist Verwaltungssitz. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen wurden Ende 2008 abgeschlossen.

Eingang zum Küchengarten, Foto Heiko Rutz
Der Küchengarten von oben, Foto Heiko Rutz
Blick ins Gewächshaus im Küchengarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Blick auf das Hofgärtnerhaus im Küchengarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Apfel im Küchengarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

2. Ehemaliger Küchengarten

Zu den frühesten Anlagen des Oldenburger Schlossgartens zählt der ab 1810 entstandene Küchengarten. Dieses knapp 1 Hektar große Areal, versorgte die herzogliche Hofküche mit feinem Gemüse, Kräutern, Trauben und ausgewähltem Obst. Der Herzog ließ eine 416 Meter lange Mauer um das Areal bauen. Die Küchengartenmauer wurde aufgrund der schwierigen und feuchten Bodenverhältnisse 1,30 Meter tief gegründet.

Im Küchengarten und im Obstgarten, dem jetzigen Rosengarten, wurden im April 1814 die ersten, größtenteils aus der königlichen Plantage zu Herrenhausen bezogenen Obstbäume gepflanzt. Im selben Jahr wurden 196 Fächer Obstspaliere mit Aprikosen, Pfirsichen, Wein und Schattenkirschen gesetzt. 1815 kamen weitere Obstbäume hinzu.

Vielerorts beginnt man heute, historische Nutzgärten zu revitalisieren. Langfristiges Ziel ist es, die Gärten nach ökologischen Gesichtspunkten zu bewirtschaften und vergessene traditionelle gärtnerische Techniken einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Auch der Küchengarten des Oldenburger Schlossgartens wird heute auf traditionelle, ökologische Weise bewirtschaftet. Er dient als Nutzgarten, Obstgarten, Anzuchtsfläche und Veranstaltungsraum.
Das Gewächshaus mit zwei Folientunneln ist hierbei die zentrale Anlaufstelle: Es dient zur Anzucht von Pflanzen für die Blumenbeete, Kübel und für das Schauhaus. Ebenso werden hier Pflanzen überwintert, die für die Sommerbepflanzungen benötigt werden. Zwischenkulturen, Ersatzpflanzungen und Pflanzen für Ausstellungen (z.B. Blattkakteen oder Veltheimien) werden für das Tropenhaus gezogen und gepflegt sowie Aussaaten für die Gemüsebeete und für den Schlossgarten (z.B. Digitalis) vorgenommen.

Darüber hinaus finden zahlreiche Veranstaltungen und das Kinderprogramm im Küchengarten statt.

 

3. Lesepavillon

Der Lese- oder Glaspavillon wurde 1958 von Gartenleiter Max Heber angelegt. Die großen Fenster ermöglichen einen schönen Ausblick auf den auch in den 1950er Jahren angelegten Rosen- und Sonnengarten. Ausgestattet mit elektrischer Leinwand und Verdunkelung ist er heute Veranstaltungsort für Lesungen, Vorträge und kann für private Veranstaltungen angemietet werden.

 

Blick in den Sonnen- und Rosengarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Bronzeplastik von A.M. Strackerjahn 1956 im Teichbecken des Sonnenngartens aufgestellt, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

4. Rosen- und Sonnengarten

Der Rosen- und Sonnengarten wurde ab 1953 von Gartendirektor Max Heber an der Stelle des alten Obstgartens angelegt. Sein Ziel war es, den Schlossgarten mehr und mehr von einem "Fürstengarten" in einen "Volksgarten" umzuwandeln. So entstanden unter seiner Leitung zahlreiche Sitzgelegenheiten, Sonnenterrassen und Sitzhallen, die Wege wurden verbreitert und ein Spielplatz gegenüber des Pulverturms angelegt.

Teepavillon und Tropenhaus im Schlossgarten, Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Blumengarten mit Teepavillon und Winterhaus, 1907, Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Oldenburg

5. Blumengarten

Der Blumengarten diente in der Anfangszeit des Schlossgartens als Anzuchtsgarten für zahlreiche Pflanzen. Nach der fanzösischen Besatzung wurde er ab 1814 nach Plänen des Herzogs Peter Friedrich Ludwig in einen Blumengarten mit geschwungenen Wegen umgestaltet und von ihm als privater Rückzugsort genutzt. Nach der Öffnung des Parks ab 1836 für ein breiteres Publikum, war auch der Blumengarten für ein paar Stunden am Nachmittag der Bevölkerung zugänglich.

Tropenschauhaus im Schlossgarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Blick in das Kakteenhaus, Sven Adelaide (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte)

6. Tropen- und Kakteenschauhaus

In den 1820er Jahren wurde an dieser Stelle ein Gebäude als Kalt- und Warmhaus für Pflanzen angelegt. 1852 wurde es durch ein neues Gewächshaus ersetzt, dessen Grundriss der heutigen Situation entspricht. Unter Gartendirektor Max Heber wurde das Innere des Gebäudes vollständig umgebaut, 1970 folgte die Erneuerung der Glaskonstruktion. Heute befinden sich in diesem Gebäude das Tropen- und Kakteenschauhaus. Cubanische Pfeiffrösche sorgen in der Abenddämmerung mit ihren Rufen für eine besondere Atmosphäre.

 

Der Teepavillon im Schlossgarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Carl Heinrich Slevogt, Pavillon mit Gewächshaus im Blumengarten, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, 1817

7. Teepavillon

Der klassizistische Pavillon wurde 1817 bis 1819 nach Plänen von Heinrich Carl Slevogt errichtet. Dieses Gartenbauwerk zählt zu den wertvollsten klassizistischen Architekturschöpfungen in Oldenburg. Er war ursprünglich als Aufenthalts- und Teehaus gebaut, diente aber auch als Eingang zum daneben gelegenen Gewächshaus. 1842 erfolgte auf der Westseite des Pavillons die Anlage einer Terrasse mit Baldachin.

Offene Sitzhalle im Schlossgarten, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

8. Offene Sitzhalle

In den 1950er Jahren wurde unter Gartendirektor Max Heber die offene Sitzhalle mit einem zeitgenössischen Mosaik angelegt. Ursprünglich hatte an dieser Stelle das Conservatorium, das Winterhaus für Kübelpflanzen, gestanden.

 

Blaue Brücke, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

9. Blaue Brücke

Die Eisenbrücke wurde um 1852 von Wolfgang Strack erbaut. Das Motiv einer blauen Brücke findet sich auch in anderen englischen Landschaftsgärten, wie beispielsweise im Englischen Garten in München und im Muskauer Park in Sachsen.

Der Charlottensitz im Schlossgarten, um 1900, Historische Postkarte der Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens e.V.
Stein des Charlottensitzes, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

10. Charlottensitz

Der Charlottensitz wurde 1880 als Aussichtsplatz am Ufer der Hunte angelegt. Von hier konnte man sowohl über die Hunte auf das andere Ufer schauen als auch auf das Schloss. Heute ist von dem ursprünglichen Steintisch und der Steinbank nur noch ein Steinquader erhalten. Die Sichtachse zum Schloss ist zugewachsen.

Blick über den Schlossgartenteich, Sven Adelaide (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte)
Historische Postkarte mit Motiv der Balustrade, vor 1909, Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens e.V.

11. Balustrade

Die Balustrade wurde um 1886 am Südufer des Schlossgartenteichs im neobarocken Stil angelegt. In ihrer Funktion als Blick- und Aussichtspunkt war sie von jeher ein beliebtes Motiv in der Malerei und Fotografie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die marode Balustrade abgetragen und durch ein Eisengeländer ersetzt. 1988 fand durch die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens e.V. eine Rekonstruktion statt.

Pulverturm 2014, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Pulverturm im Schlossgarten, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

12. Pulverturm

Das 1529 angelegte Gebäude war im Verlaufe seiner Geschichte Teil der Befestigungsanlage und diente als Pulverturm und Eiskeller. Ab1842 gehörte der Pulverturm zum "Reservierten Garten", einem der großherzoglichen Familie vorbehaltenen Areal im nördlichen Teil des Schlossgartens. Erst durch den Bau der Straße Schlosswall 1962 wurde das mittelalterliche Gebäude vom Schlossgarten isoliert.

Elisabeth-Anna-Palais, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Elisabeth-Anna-Palais, Historische Postkarte, vor 1907, Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens e.V.

13. Elisabeth-Anna-Palais

Das Elisabeth-Anna-Palais wurde im Auftrag des Großherzogs Friedrich August in der Zeit von 1894 bis 96 im nördlichen Teil des Schlossgartens als neue Residenz angelegt. Den Namen erhielt das Palais zu Ehren seiner ersten Ehefrau Elisabeth Anna von Preußen, die 1895 verstarb. Zuvor hatte sich an dieser Stelle der "Reservierte Garten" befunden, der ab 1842 von der großherzoglichen Familie als Privatgarten genutzt wurde. Mit dem Bau des Elisabeth-Anna-Palais wurde das bis an den Schlossgartenteich reichende Gartenareal dem Zeitgeschmack entsprechend in einen Palaisgarten umgewandelt.

 

Blick auf das Augusteum, Foto Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

14. Augusteum

Das 1867 unter Großherzog Nikolaus Friedrich Peter im florentiner Palaststil errichtete Gebäude ist eines der ersten Museumsgebäude in Norddeutschland. Hier wurden sowohl der 1843 gegründete Kunstverein als auch die großherzogliche Sammlung untergebracht. Heute beherbergt das Augusteum die Galerie Alte Meister des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Zu sehen sind hier die Meisterwerke niederländischer, italienischer, deutscher und französischer Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts. Wegen unfangreicher Sanierungsmaßnahmen ist das Gebäude momentan geschlossen.

15. Prinzenpalais

Das Prinzenpalais wurde unter Herzog Peter Friedrich Ludwig 1821 bis 1826 für dessen verwaiste Enkel, die russischen Prinzen Peter und Alexander angelegt. Der zweigeschossige klassizistische Bau wurde von ihnen allerdings nur wenige Jahre bewohnt. 1852 übernahm Großherzog Nikolaus Peter Friedrich das Gebäude, ließ einige Um- und Anbauten umsetzen und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1900. Danach erfuhr das Prinzenpalais unterschiedliche Nutzungen. Seit 2003 beherbert das Gebäude die Galerie Neue Meister des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Zu sehen sind hier die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie wechselnde Sonderausstellungen.